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FSME – Frühsommer-Meningoenzephalitis

FSME die häufigste durch Zecken übertragene Infektion. Sie tritt zwar selten auf, lässt sich aber nur schwierig behandeln und kann zudem tödlich enden. Anders als bei der Lyme-Krankheit existiert jedoch ein zugelassener Impfstoff.

 

Was ist FSME?

Hinter der Abkürzung FSME verbirgt sich die Frühsommer-Meningoenzephalitis. Dabei handelt es sich um eine Virus-Erkrankung, die zu Entzündungen im Gehirn, dem Zentralnervensystem und den Hirnhäuten führt.

Die verantwortlichen Erreger werden durch den Zeckenstich übertragen und befinden sich vorrangig im Speichel der Parasiten. Weil dieser sofort Wundkontakt hat, kann eine schnelle Entfernung der Zecke das Risiko zwar mindern aber nicht vollständig ausschalten. Eine Infektion ist aber auch auf anderem Wege, beispielsweise durch Rohmilch und Rohmilchprodukte von erkrankten Ziegen, Schafen und Kühen, möglich.

 

Wie viele Menschen erkranken jährlich an FSME?

Laut Angaben des Robert-Koch-Instituts werden jährlich 200 bis 600 FSME-Fälle gemeldet. Im Vergleich zu den geschätzten 30.000 bis 40.000 Neuinfektionen mit Borreliose ist die Frühsommer-Meningoenzephalitis also zahlenmäßig zu vernachlässigen. Aufgrund des potenziell tödlichen Verlaufs und den erheblichen Spätfolgen ist FSME aber ungleich gefährlicher.

 

Symptome und Krankheitsverlauf von FSME

Mehr Informationen zum Verlauf und den Symptomen der Krankheit lesen Sie im Artikel über FSME Symptome

 

Behandlung der Frühsommer-Meningoenzephalitis

Anders als die Borreliose-Bakterien, die mit Antibiotika bekämpft werden, ist eine solch gezielte Heilung bei FSME nicht möglich. Aus diesem Grund werden lediglich die Symptome behandelt und so gemildert. Anhaltende Bettruhe ist notwendig. Ein Krankenhausaufenthalt ist fallabhängig angeraten.

Erkrankte erhalten je nach Bedarf fiebersenkende Medikamente und Schmerzmittel. Ist in schweren Fällen die Atemmuskulatur betroffen, werden zusätzlich eine künstliche Sauerstoffzufuhr und eine intensivmedizinische Behandlung notwendig. Bei Lähmungen ist zudem eine frühzeitige Physiotherapie häufig sinnvoll.

 

Mögliche Spätfolgen von FSME

Die Mehrheit der Betroffenen mit Frühsommer-Meningoenzephalitis erholen sich innerhalb von ein bis vier Wochen vollständig von der Infektion. Darüber hinaus anhaltende Spätfolgen sind jedoch ebenfalls möglich. Zu diesen zählen:

  • Depressionen
  • Kopfschmerzen
  • Einschränkungen des Gehörs
  • Konzentrations- und Erinnerungsschwierigkeiten
  • Lähmungen
  • Atrophien
  • Schwindel
  • Krampfanfälle

 

Eine schnelle Diagnosestellung, Behandlung und gegebenenfalls Rehabilitation sind daher von entscheidender Bedeutung.

 

Risikogruppen für FSME

Wie bereits erwähnt, zeigt nicht jeder Infizierte die beschriebenen Symptome. Oftmals bricht FSME also trotz Übertragung der verantwortlichen Erreger nicht aus. Hierbei lassen sich, ebenso wie bei der Schwere des Krankheitsverlaufs, klare Tendenzen erkennen. So erkranken ältere Menschen häufiger und schwerer als Junge. Spätfolgen stellen sich bei diesen ebenfalls öfter ein. Insgesamt zeigen sich Männer anfälliger als Frauen.

Zudem haben alle Menschen ein erhöhtes Risiko an FSME zu erkranken, die sich vermehrt im Freien aufhalten. Wandern, Joggen, ein Spaziergang im Wald oder Gassi gehen im Park – wer Kontakt zu Tieren mit Freigang hat oder draußen in Berührung zu Pflanzen kommt, muss mit Zeckenstichen und in der Folge mit übertragenen Erregern rechnen. Darunter nicht nur Frühsommer-Meningoenzephalitis, sondern auch Borreliose und eine Reihe weiterer Infektionen.

 

Risikogebiete für FSME

Mehr Informationen zu den geografischen Risikogebieten lesen Sie im Artikel über die FSME Risikogebiete

 

FSME-Impfung – die Gefahr einer Ansteckung sinkt auf 4 Prozent

Mehr Informationen zum FSME-Impfschutz lesen Sie im Artikel über die FSME Impfung

 

Sind FSME-Infizierte ansteckend?

Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist bisher nicht dokumentiert und damit zumindest ausgesprochen unwahrscheinlich.

 

Kann eine Ansteckung nur im Frühsommer erfolgen?

Wenn es der Name auch vermuten lässt, kann die Frühsommer-Meningoenzephalitis nicht ausschließlich im Frühjahr und Sommer ausbrechen. Zwar liegt die aktivste Phase der übertragenden Zecken in diesem Zeitraum, sie sind aber stetig auf Nahrungssuche – sobald die Temperatur über 7°C liegt. Selbst in milden Wintern besteht also ein FSME-Risiko.

 

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